B a r o c k k i r c h e   S t .   P e t e r



Barockkirche St. Peter


Carnevals Concert

Sonntag, 11. Februar 2018, 17 Uhr im Fürstensaal


Kirchenkabarett "Die Vorletzten"
goetz & friends
mit Strauß-Walzern
bearbeitet von Schönberg, Berg und Webern

Der Vorverkauf hat begonnen!
Tickets >>>


Spaß muss sein. Humor in der Kirche ist eine Herausforderung.

Erleben sie im Carnevals Concert am Sonntag, den 11. Februar um 17 Uhr im Fürstensaal des Geistlichen Zentrums das Duo „Die Vorletzten“: Zwei kabaretterfahrene, witzige württembergische Pfarrer nehmen ihren eigenen Job auf die Schippe. Peter Schaal-Ahlers und Soeren Schwesig, im realkirchlichen Dasein Ulmer Münsterpfarrer und Stuttgarter Stadtdekan, operieren in einer ökumenischen „Parallelaktion“ (R. Musil) mit goetz & friends.

Ein Streicherensemble plus Klavier (Lambert Bumiller) und Harmonium (Johannes Götz) bringen drei wunderbare Strauss Walzer-Bearbeitungen aus dem „Verein für musikalische Privataufführungen“ (1921) zur Aufführung. Die Vereinsmitglieder Schönberg, Webern und Berg würden sich wundern, in welchen Zusammenhängen ihre Musik ihre Unsterblichkeit beweist. Württembergische Fröhlichkeit trifft auf badischen Hintersinn.

Karten zu 16 € (erm. 11 €) bei freier Platzwahl an bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.reservix.de – Abendkasse ab 16 Uhr an der Pforte des Geistlichen Zentrums

Das etwas andere Konzert

Pressebericht BZ, 3. Januar 2018, Bericht und Foto: Erich Krieger


Zum Jahresausklang war im Rahmen des musikalischen Programms des Bezirkskantorats St. Peter noch einmal Weihnachtsstimmung in der Wallfahrtskirche Maria Lindenberg geboten. Klassische Weihnachtsmusik österreichischer Komponisten verband sich dabei harmonisch mit im dortigen Alpenraum im Volksbrauchtum verwurzelten Liedern, Geschichten und Melodien zur Harfe.

Sopranistin Susanne Filser eröffnete passend zu Christi Geburtsfest mit einem gregorianischen "Introitus de natale" und zeigte, dass Gregorianik nicht zwingend mit Männerstimmen verbunden werden muss. Organist und Bezirkskantor Johannes Götz umrahmte diesen feierlichen Auftakt mit Ausschnitten aus der "Toccata sexta" von Georg Muffat. Bei dem folgenden, in österreichischer Mundart vorgetragenen Gedicht von Peter Peternell ließ der Schauspieler und Sprecher Michael Schmitter noch einmal Lust auf süße Weihnachtsköstlichkeiten entstehen. Diese Huldigung an "Da Muata ihr Kletzenbrot", eine hauptsächlich aus gedörrten Birnenschnitzen und vielen Gewürzen bestehende Variante eines Früchtebrots, beschrieb diese Köstlichkeit in wortmalerischer Sinnlichkeit.

Im nächsten Programmabschnitt wurde deutlich, dass die traditionelle Weihnachtsmusik aus Österreich weit weniger mit der hierzulande gewohnten Schwere behaftet ist und damit oft lustiger und optimistischer klingt. Harfenistin Stefanie Kirner aus Löffingen präsentierte gekonnt nach Art der im Alpenraum heute noch weit verbreiteten Stubenmusik einen Halbwalzer von Tobi Reiser und die traditionelle Melodie "Im Wald is so staad".

In kongenialem Zusammenklang von Gesang, Orgel und Harfe hoben die drei Künstler drei Volks- und Hirtenlieder auf konzertantes Niveau, ohne deren ursprüngliche Einfachheit zu verändern. In der etwas moderneren Weihnachtsgeschichte "Der erste Christbaum" war die Rede von einem Seminar, in dem der heutzutage in der Weihnachtszeit weitverbreitete auf Kommerz ausgerichtete Kitsch und Rummel thematisiert wurde und die Teilnehmer zunächst nur einen Boykott des Ganzen als Lösung sahen.

Eine Teilnehmerin erzählte daraufhin eine überlieferte Dorfgeschichte vom Zauber des ersten Aufstellens eines Christbaums in einem kleinen Weiler und bot den übereifrigen Seminaristen möglicherweise eine Alternative zur Totalablehnung.

Kompositionen des Mozartsohns Franz Xaver Mozart und der Haydn-Brüder Michael und Joseph für Orgel und Sopran bestimmten den nächsten Teil des vielseitigen Konzerts, bis mit den zwei Liedern "Führ mich Kind" und "Schlafendes Jesuskind" von Hugo Wolf wieder eher Volkstümlichkeit einkehrte.

Zuvor hörte das Publikum amüsiert die Geschichte von Karl Heinrich Waggerl "Worüber das Christkind lächeln musste". Der besorgte Erzengel Gabriel absolvierte darin einen besorgten Kontrollflug in den Stall zu Bethlehem, um nachzusehen, ob dort alles optimal für die Geburt des Jesuskindleins laufe. Er entdeckte dabei allerlei Kleingetier zwischen dem Stroh in der Krippe, welches er samt und sonders aus dem Stall verwies. Ein schlafender Floh im Ohr des Kindleins ward übersehen und suchte nach seinem Erwachen mit einem gewaltigen Sprung über die Zwischenstation von Josefs Glatze den Weg nach draußen. Dabei kitzelte er den Neugeborenen, der daraufhin lächeln musste, was wiederum Maria zu einem hingerissenen "Er lächelt schon" veranlasste.

Das in Österreich von Joseph Mohr gedichtete und von Franz Xaver Gruber vertonte "Stille Nacht, heilige Nacht" durfte natürlich nicht fehlen, wobei Susanne Filser alle der ursprünglichen sechs Strophen darbot.

Die Kirche auf dem Lindenberg war trotz widrigen Wetters voll besetzt, und die Zuhörer zollten auch noch nach den Feiertagen überschwänglichen Beifall für das etwas andere Weihnachtskonzert.

Mit Orgel und Trompeten ins neue Jahr

Pressebericht BZ, 5. Januar 2018, Bericht und Foto: Erich Krieger

Grandioses Neujahrskonzert mit Johannes Sondermann und Johannes Götz in St. Peter


Nimmt man das Eröffnungsstück des Neujahrskonzerts in der Barockkirche St. Peter als gutes Omen, kann 2018 eigentlich nichts schiefgehen. Optimistischer, positiver und entschlossener als die "Sonata in D" von Arcangelo Corelli kann Musik kaum klingen, meisterhaft interpretiert von Johannes Sondermann (Trompete) und Johannes Götz an der großen Klais-Orgel der Prachtkirche.

Der Solo-Trompeter des SWR-Symphonie-Orchesters und der Bezirkskantor kennen sich seit Langem von gemeinsamen Projekten, und ihr Zusammenspiel vereint nicht nur summarisch die Klangfarben ihrer unterschiedlichen Instrumente, sondern gleicht einer vertrauten Zwiesprache, bei der jeder Part den anderen unterstützend ergänzt oder wechselseitig zu Höchstleistungen animiert, ohne je in Konkurrenz oder Wettbewerb auszuarten. Auch die Bearbeitungen für Orgel und Trompete von zwei aus den sechs in der Schübler-Sammlung von 1748 erschienenen Chorälen für Orgel von Johann Sebastian Bach vermittelten Zuversicht und Aufbruchstimmung. Wohl um die Gefahr aufkommenden Übermuts zu bannen, spielte Götz solo in elegischer Langsamkeit "Nimrod", eine der Enigma-Variationen des op. 36 von Edward Elgar und etablierte das für einen kühlen Kopf nötige Quantum an Nachdenklichkeit und Skepsis.

Mit dem "Concerto in Es" von Johannes Sperger steuerten sogleich beide wieder vereint dagegen. Sondermann griff zum Corno da caccia, einem aus dem Jagdhorn entwickelten, mit Ventilen ausgestatteten Waldhorn, dessen satt-weicher Klang die Kirchengewölbe füllte. Auf das majestätische Allegro folgte ein getragenes Adagio, um in einem lustig-leichten, an ein Kinderlied erinnernden Rondo inklusive gewaltiger Corno-Fanfare, zu enden.

Johannes Götz sorgte an der Orgel mit der "Toccata sexta" von Georg Muffat für Bodenhaftigkeit. Offenbar lieben die Künstler Kontraste, denn schon allein der Einsatz der Piccolo-Trompete bei Guiseppe Torellis "Concerto in D" puschte mit der Spitzigkeit ihrer Töne verbunden mit der Dynamik des Zusammenspiels der zwei Virtuosen auf 180. Fast nicht anders zu erwarten, folgte an der Orgel mit "Pavane pour une enfant défunte" von Maurice Ravel stimmungsmäßig das krasse Gegenteil – düster und tieftraurig, dabei wunderschön.

Zwischen den Extremen bewegten sich dann zwei traditionelle Spiritual-Melodien "I know de Lord’s laid his Hand on me" und "Don’t be weary, Traveller" in der Bearbeitung für Orgel und Trompete durch den zeitgenössischen Schweizer Trompeter und Komponisten Claude Rippas. Wer nun wieder einen Orgeldämpfer erwartete, sah sich enttäuscht, denn Götz rehabilitierte sich mit Gtacomo Puccinis "Scossa Elettrica", die marschmäßig in der beschwingten Art einer Dampforgel auf der Kirmes durch die Kirche schallte.

Wie mit einer Klammer zum Anfang des Konzerts gestalteten die Musiker das Finale mit einem "Concerto in D" von Guiseppe Torelli und schickten die zahlreichen Zuhörer hochgestimmt ins neue Jahr. Mit Ovationen bedankten sich die begeisterten Zuhörer für das wohlgelungene Meisterkonzert.