B a r o c k k i r c h e   S t .   P e t e r



Barockkirche St. Peter

Memorial für Max Josef Metzger (1887–1944)


Sonntag, 17. November, 17 Uhr
Fürstensaal des Geistlichen Zentrums

Max Joseph Metzger Plakat Memorial Max Joseph Metzger Die Reihe Memorial im Fürstensaal widmet sich dem ökumenischen Friedensvisionär Max Josef Metzger, der 1887 in Schopfheim geboren und 1944 von den Nazis wegen Hochverrat hingerichtet wurde. Im Jahr 2006 wurde der Seligsprechungsprozess für diesen konsequenten Friedenssucher und Priester des Erzbistums Freiburg eingeleitet, der wenige Tage vor seinem Tod noch das österliche Lied "Christ, der Herr, ist auferstanden" verfasst hat. Im Wechselspiel von Wort (Meinrad Walter) und Musik (Bezirkskantor Johannes Götz und Studierende des Instituts für Kirchenmusik der Musikhochschule Freiburg) entsteht ein Lebensbild von Max Josef Metzger, dessen Ideen, etwa zu einem ökumenischen Konzil für die Einheit der Christen, seiner Zeit weit voraus waren. Herzliche Einladung zu diesem klangvollen Porträt von Max Josef Metzger in Texten und Musik, das bei freiem Eintritt stattfindet.




Badische Zeitung, 20.11.2013, Bericht von Franziska Löffler

Für Frieden und Einheit der Kirche

Memorial Max Josef Metzger: Musikalisch-literatisches Porträt erinnert an den vor 65 Jahren ermordeten Theologen.

"Vor 103 Jahren bewegte sich Max Josef Metzger in diesen Räumen, ich glaube, er ist seither hier nicht mehr so lebendig geworden wie heute", fasste Arno Zahlauer als Gastgeber im Geistlichen Zentrum den Memorialabend zusammen. Weltliche und geistliche Lieder, Zitate aus seinem umfassenden publizistischen Werk und wichtige Stationen aus seinem Leben verschafften den zahlreichen Besuchern ein sehr anschauliches, vielseitiges und umfassendes Bild des katholischen Geistlichen, der 1944 wegen "Hochverrats und Feindbegünstigung" von den Nazis hingerichtet wurde.

"Ich habe mein Leben Gott angeboten für den Frieden der Welt und die Einheit der Kirchen". In diesem Zitat von Max Josef Metzger kommen die beiden Hauptanliegen zum Ausdruck, für die er sich sein Leben lang einsetzte. 1887 in Schopfheim geboren, studierte er Theologie in Freiburg und Fribourg und wurde 1911 in der Pfarrkirche von St. Peter zum Priester geweiht. Als Feldpfarrer an der französischen Front 1914/15 erlebte er das Grauen des Krieges hautnah und wurde zum überzeugten Pazifisten. Seither setzte er sich in verschiedenen Gruppen und Bündnissen sowie in seinen Predigten und Schriften für Frieden und Völkerverständigung ein. Viele seiner damals illusionär scheinenden Visionen, wie beispielsweise die von einem vereinten Europa, sind heute wahr geworden.

Auch die Einheit der Kirche war für ihn ein großes Thema. So schrieb er 1932 in einem Brief an Papst Pius XI, in dem er vor den Gefahren eines erneuten Weltkrieges warnte, die Kirche könne "zur Durchsetzung der ewigen Grundsätze unseres Herrn" keinen bestimmenden Einfluss auf das Weltgeschehen ausüben – "weil sie nicht eins” sei. Auch deshalb war für Metzger die Ökumene so wichtig; 1938 gründete er die Una-Sancta-Bruderschaft, die sich mit dem Thema der Glaubensspaltung beschäftigte und zwischen den Konfessionen vermittelte.

Konzipiert und geleitet wurde der Abend im Fürstensaal von Andreas Mölder als Teil seiner Master-Abschlussprüfung im Fach Kirchenmusik an der Musikhochschule Freiburg. "Dieses Thema war für mich eine tolle Verbindung von Kirchenmusik und Theologie." Der vielseitige Musiker moderierte den Abend, wirkte bei den gesanglichen Darbietungen selbst als Bass mit und begleitete einige davon am Klavier.

Denn zum Lebenswerk Max Josef Metzgers gehören auch viele geistliche und weltliche Lieder. Ein Anliegen war ihm, das die Liturgie in der jeweiligen Sprache des Volkes gefeiert wird und so gibt es von ihm beispielsweise ein "Deutsches Volksamt" und eine deutschsprachige "Christkönigs-Singmesse", bei deren Darbietung im Fürstensaal das Publikum zum Mitsingen eingeladen war. Die zahlreichen Besucher machten dabei begeistert mit und verstärkten so das Vokalensemble aus Studierenden des Instituts für Kirchenmusik. Dabei handelte es sich um keine feste Formation, sondern die acht Sängerinnen und Sänger wurden von Andreas Mölder speziell für diesen Abend zusammengestellt. Die erste gemeinsame Probe hatte erst am gleichen Nachmittag stattgefunden – dennoch überzeugten Mriam Schockenhoff, Friderike Martens, Monja Sobottka, Sr. Michaela Denlger, Thomas Kiechle, Stefan Pöll und Sebastian Ruf durch perfektes Zusammenspiel, Stimmgewalt und gefühlvollen Gesang. Der "Hit" des Abends wurde allerdings ein weltliches Stück: Mit "Oh Freiburg, Schwarzwald, Edelstein" hatte der Naturliebhaber seiner Lieblingsstadt und ihrer Region ein Loblied geschaffen, für das es an diesem Abend einen besonders kräftigen Applaus gab.

Der Abend endete wieder ernst, als Meinrad Walter, der für die Rezitation der Zitate aus Metzgers Schriften zuständig war, aus den Briefen vorlas, die der Geistliche kurz vor seiner Hinrichtung im Gefängnis verfasst hatte. Obwohl daraus ein großes Gottvertrauen spricht und Metzger seinen Tod als Opfer für die gute Sache akzeptiert hatte, hoffte er bis zuletzt auf Begnadigung oder den rechtzeitigen Einmarsch der Alliierten. Beides blieb ihm leider verwehrt.

Andreas Mölder sprach zum Abschluss seine Hoffnung aus, dass das Andenken an Max Josef Metzger auch durch seine baldige Seligsprechung lebendig erhalten wird: Der Seligsprechungsprozess läuft seit 2006 im Erzbistum Freiburg.


Max Josef Metzger
Metzger wurde 1887 in Schopfheim geboren. Zwischen 1905 und 1911 studierte er in Freiburg und dem schweizerischen Fribourg Theologie. Von Februar bis Ende Juli 1914 war er Pfarrvikar in Oberhausen, am 3. August meldete er sich als Militärpfarrer an die Front. Später engagierte er sich für Frieden und Ökumene – und geriet ins Visier der Nazi-Geheimpolizei Gestapo. NS-Richter Roland Freisler bezeichnete ihn als "Verräter am deutschen Volk" – und ließ ihn am 17. April 1944 hinrichten. Seit 2006 nun läuft offiziell das Seligsprechungsverfahren.