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Barockkirche St. Peter

Requiem - Colin Mawby


Mawby Requiem9. Februar 2014, 17:00 Uhr
Evangelische Kirche zu den 12 Aposteln Hinterzarten




Am Sonntag, den 9. Februar 2014 um 17 Uhr gab der Kammerchor Hochschwarzwald in der Evangelischen Kirche Hinterzarten ein Konzert. Auf dem Programm standen das Requiem von Colin Mawby für Sopran, Chor und Orgel.

Mawby gilt als einer der berühmtesten zeitgenössischen englischen Komponisten sakraler Musik und ist in der Musiklandschaft in seiner Heimat allgegenwärtig. Sein Requiem, dem Andenken an seine früh verstorbene Mutter gewidmet, vertont die Vision des Himmels als einen Hort des Friedens jenseits menschlicher Vorstellungskraft, der Stil ist milde und leicht.

Die weiteren Werke des Konzertes stammen aus der Feder des berühmten Filmmusikkomponisten Enjott Schneider. Er schrieb u. a. die Musik zum Film „Schlafes Bruder“ und war während seines Studiums Organist und Chorleiter an der Evangelischen Kirche Hinterzarten. So ist es für Johannes Götz eine Freude dessen Musik dort aufzuführen. Erleben Sie Kammerschor Hochschwarzwaldein Kyrie und Gloria mit Walgesängen (als Zuspielband) und die Motette „Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens“.

Ergänzt wird das Programm durch Orgelimprovisationen des hochbegabten Organisten Lukas Grimm, der die Stimmungen der Chormusik aufgreift (Schlafes Bruder lässt grüßen…).

Das Sopran-Solo im Requiem wird gesungen von Konstanze Ruttloff, die neben ihrer Tätigkeit als Sängerin die Kantorin der Evangelischen Kirche Hinterzarten ist. Es singt der Kammerchor Hochschwarzwald unter der Leitung von Johannes Götz.






Zeitungsbericht von Bruno Krämer

Hinterzarten.bk. Wer am Sonntag, den 9. Februar, das Konzert des Kammerchores Hochschwarzwald in der Evangelischen Kirche in Hinterzarten nicht miterlebte, hat viel verpasst. Die Adjektive „begeisternd, mitreißend, faszinierend“, die gern allzu schnell ver- geben werden, sind nicht übertrieben bei einem solchen sakralen Konzert der Extraklasse.
Was Johannes Götz aus dem nur 24 köpfigen Chor herausholte, war vom Feinsten und verdient höchste Bewunderung. Die Stimmen waren ausgewogen, der Gesamtklang wurde nicht von Einzelstimmen dominiert. Klar und rein erstrahlten Tenor und Sopran und wurden von den dunklen Stimmen harmonisch bestens ergänzt. Weich und einfühlsam oder kraftvoll zupackend kamen die Einsätze. Himmlisch zart schwebte der Gesang im Kirchenraum und schuf die „Version des Himmels als Hort des Friedens“, ganz so wie sich der englische Komponist Colin Mawby sein Requiem für Sopran, Chor und Orgel vorgestellt hatte.
Bereichert wurde die chorische Darbietung durch die solistische Mitwirkung der Sopranistin und gefragten Oratorien- und Liedsängerin Konstanze Rudloff, die neben ihrer Tätigkeit als Sängerin die Kantorin der Evangelischen Kirche Hinterzarten ist. Mit ihrer weichen, warmen Stimme und einem angenehmen Tremolo fügte sie sich glänzend in das musikalische Geschehen ein. Abgerundet wurde das Ganze durch die hervorragende Begleitung des Ausnahmeorganisten Lukas Grimm, der schon zahlreiche Kompositionswettbewerbe gewinnen konnte und im Februar 2013 die künstlerische Leitung des Freiburger Kammerchores übernahm.
Beeindruckend waren auch seine Orgelimprovisationen über Texte von Rainer Maria Rilke und Friedrich Nietsche. Was er an ungewohnten Registerklängen der Königin der Instrumente entlockte, war einfach überwältigend. Von den tiefsten Clustern bis hinauf zu den höchsten schwirrenden Pfeifentönen bewegte sich sein virtuoses Spiel, so jedenfalls übersetzte er musika- lisch den Ausspruch „Nur wo Gräber sind, kann es Auferstehung geben“.
Was hat der Gesang von Walen in einem Kirchenkonzert zu suchen? Diese Frage beantwortete Johannes Götz mit dem Hoch- schwarzwälder Kammerchor, indem er die jeweils 5-minütigen Chorwerke „Kyrie“ und „Gloria“ des berühmten Filmmusikkomponisten Enjott Schneider („Des Schlafes Bruder“), der ja während seines Studiums Organist und Chorleiter an der Evangelischen Kirche Hinterzarten war, abschließend zu Gehör brachte. Dazu nahmen die Sängerinnen und Sänger sich in zwei Reihen gegenüberstehend in den Gängen rechts und links der Zuhörer Aufstellung. Dann wurde ein Zuspielband eingeschaltet, das die Walgesänge wiedergab. Was nun folgte, war ein Dialog menschlicher Stimmen mit Gesängen ozeanischer Wale, ähnlich dem Antiphon, dem kirchlichen Wechselgesang zwischen Gemeinde und Vorsängergruppe. Die fast menschenähnlichen Töne und Laute der Wale wurden vom Chor in derselben Tonart aufgegriffen und in schlichter Form als ständig wiederkehrende Kyrie- und Gloriarufe beantwortet. So entstand ein eindrucksvolles emotionales Loben und Verbunden- sein mit Natur und Schöpfung. Das Experiment wurde zu einem gelungenen Finale.