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Barockkirche St. Peter

Concert spirituel 2015



Christine Busch, Violine
spielt Werke von Johann Sebastian Bach

Sonntag, 15. November, 17 Uhr
Fürstensaal des Geistlichen Zentrum in St. Peter


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Bach an der Orgel oder am Cembalo – das ist ein vertrautes Bild. Der Thomaskantor war aber auch ein hervorragender Violinist! Vielleicht war die Geige sogar das erste Instrument, das er als Kind erlernt hat. Später berichtet sein zweitältester Sohn Carl Philipp Emanuel, dass der Vater die Violine nicht nur „rein und durchdringend“ gespielt habe, sondern mit ihr auch „das Orchester in der größeren Ordnung“ gehalten hat als das am Tasteninstrument möglich gewesen war. Gipfelpunkte des Bach’schen Komponierens für Violine solo sind seine um 1720 niedergeschriebenen Sonaten und Partiten. Tanzsätze und Polyphonie begegnen sich. Tiefgründigstes Werk dieser Art ist die berühmte „Chaconne“, in der Bach zeigt, wie ein einziges Thema auf einem einzigen Instrument sich in einen musikalischen Kosmos verwandeln kann.


Christine Busch
Christine Busch



Pressebericht Badische Zeitung vom 4.12.2015, Bericht und Foto: Erich Krieger

Vor Lebendigkeit sprühendes Spiel

Eine Violine füllt einen ganzen Konzertabend in St. Peter:
Christine Busch bietet Bachs Solo-Violinkonzerte in Perfektion.

Christine BuschAlljährlich findet unter der Ägide des Bezirkskantorats eine Veranstaltung der Reihe Concert spirituel im Fürstensaal des Geistlichen Zentrums in St. Peter statt. Es handelt sich dabei um exquisite Programme mit speziellem Reiz. Jüngst wurden im erhabenen Ambiente des barocken Fürstensaals die selten aufgeführten Kompositionen von Johann Sebastian Bach für Solo-Violine geboten.

Mit Christine Busch, einer international renommierten Solistin und Konzertmeisterin, die gegenwärtig auch an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart unterrichtet, stand eine ausgewiesene Spezialistin für die wenigen nur für die Violine geschriebenen Werke von Bach auf dem Parkett. Unter dem Titel "Sei solo" hat sie eine in der Musikwelt gefeierte Interpretation der Sonaten und Partiten von Bach veröffentlicht, die auch bei dem Konzert zu hören war.

In bewährter Manier führte zunächst der Musikwissenschaftler Meinrad Walter gekonnt und unterhaltsam in das Programm ein. So erfuhren die Zuschauer im vollbesetzten Saal, dass Bach selbst ein exzellenter Violinist war und wohl schon im Alter von 18 Jahren als Geiger am Weimarer Hof an diesen Stücken gearbeitet hat. Er sollte sie jedoch erst 1720 in einer von ihm selbst besorgten kalligraphierten Schönschrift unter dem Titel "Erklinget ihr Saiten" veröffentlichen. Sie sollten im Bachschen O-Ton zur "Gemütsergötzung" dienen. Dafür hat er orchestrale Prinzipien auf ein Soloinstrument übertragen, was sich vor allem in zahlreichen, schwierig zu spielenden polyphonen Sequenzen niederschlug. Die "Partita Seconda in d-Moll", BWV 1004, füllte dann den ersten Teil des Konzerts in St. Peter.

Bereits im ersten Satz "Allemanda" bewies Christine Busch ihre außerordentliche Klasse. Sie setzte jeden Ton, auch bei noch so schnellen Läufen, klar und seiner Bedeutung entsprechend. Ohne jede Effekthascherei, mit sparsam eingesetztem Vibrato, ließ sie die reine Musik in den Vordergrund treten. Auf ihrem Notenpult lag eine Reproduktion der Original-Schönschrift von Bach, aus der sie spielte. Möglicherweise, um eine besondere Nähe zum Komponisten herzustellen. Wer anfangs vielleicht gezweifelt hatte, ob ein Soloinstrument wie die Violine wohl einen gesamten Konzertabend füllen könnte, verlor nach kurzer Zeit jegliche Skepsis. Gestützt auf die Polyphonie der Doppel- und Mehrfachgriffe, jubilierend in den Höhenflügen und erdig tragend in den Tiefen, fesselte die Vortragskunst der Solistin von Anfang an die wache Aufmerksamkeit des Publikums. Im letzten Satz der Partita, der berühmten "Ciaconna", entfaltete sie auf einem wiederkehrenden Bassthema einen wahrhaften Strauß virtuos gespielter melodischer Variationen.

Nach der Pause, im zweiten Teil, stand die "Sonata Terza in C-Dur", BWV 1005, auf dem Programm. Nach Meinrad Walter enthält sie besonders viele Wesensmerkmale Bachschen Schaffens. Hier lote er aus, was im Reich der Töne alles möglich ist. Ein Integrieren von Gegensätzen, ein neugieriges Tasten auf den Saiten und in manchen Passagen die Suggestion, vermeintlich Gesprochenes zu hören – all dies finde statt. Auch ohne diesen fachkundigen Hintergrund riss das vielschichtige Werk und das vor Lebendigkeit sprühende Spiel von Christine Busch die Zuschauer mit, besonders, als das gefühlvoll getragene "Largo" den dramaturgischen Höhepunkt im "Allegro assai" vorbereitete. Minutenlange Beifallsstürme belohnten Künstlerin und Programmauswahl.