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Barockkirche St. Peter

Der Katholische Kirchenchor St. Peter



Katholischer Kirchenchor St. PeterAls einer der ältesten Kirchenchöre der Erzdiözese Freiburg kann der Katholische Kirchenchor St. Peter auf eine ungewöhnlich beeindruckende Geschichte zurückblicken. Nach der Säkularisierung der Abtei St. Peter 1806 war es notwendig geworden, für die neu eingerichtete Pfarrei des Ortes einen Kirchenchor aufzubauen. Pater Philipp Jakob Weigel (1752 - 1826), der letzte Kloster­komponist von St. Peter und ein hervorragender Organist, wurde 1807 als Vikar in der neuen Pfarrei zum Chorregenten und Musikinstruktor ernannt; er ist der Gründer und erste Dirigent des Kirchenchores. Seither wirkt der Chor in ununterbrochener Tradition bei der Gestaltung der Liturgie in der prächtigen Barockkirche von St. Peter mit und konnte in seinem Jubiläumsjahr 2007 mit Stolz und Selbstbewusstsein sein zweihundertjähriges Bestehen feiern.

In dieser langen Zeit ist der Kirchenchor St. Peter nicht nur in der Pfarrgemeinde, sondern auch in der politischen Gemeinde zu einem geschätzten Element des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens geworden. Er hat sich unter seinen verschiedenen Dirigenten auf hohem Niveau ein breites Spektrum an Kirchenmusik und an unterschiedlichen Stilen verschiedener Jahrhunderte erarbeitet, von der Gregorianik über große Werke der Vielstimmigkeit bis hin zum "Neuen geistlichen Lied", so dass er das ganze Jahr über seine liturgisch-musikalischen Aufgaben in den Gottesdiensten auf vielfältige Weise erfüllen kann. Chorsätze, Kantaten und Messen von Palestrina, Schütz, Bach, Händel, Haydn, Mozart, Schubert, Mendelssohn-Bartholdy, Bruckner, Reger und Fauré seien als Beispiele genannt.

Bemerkenswerte Höhepunkte waren unter der langjährigen Chorleiterin Irmhild Ruf mehrere Gottesdienstübertragungen in Funk und Fernsehen, die dazu beitrugen, den guten Ruf des Chores weit über St. Peter hinaus zu verbreiten. In Bezirkskantor Johannes Götz, der 2002 das Dirigentenamt übernahm, besitzt der Chor einen renommierten Kirchenmusiker, der sich auch als Organist auf Konzertreisen im In- und Ausland einen Namen gemacht hat. Die ständige Erweiterung des musikalischen Repertoires bei möglichst hohem Anspruch ist für ihn eine wichtige Aufgabe, um die Chorarbeit für die Sängerinnen und Sänger durch wechselnde Herausforderungen immer wieder aufs Neue reizvoll zu gestalten. Neben den liturgisch-musikalischen Aufgaben im Gottesdienst wird das Jahresprogramm auch durch heitere weltliche Chormusik bereichert. Und schließlich machen auch regelmäßige Ausflüge und gesellige Veranstaltungen das Leben in der Chorgemeinschaft attraktiv. Die Zahl der Mitglieder – im Gründungsjahr 1807 waren es einige wenige Sängermädchen – hat sich seit längerem auf knapp sechzig Sängerinnen und Sänger eingependelt. Offene Chorprojekte bieten von Zeit zu Zeit musikalisch Interessierten die Gelegenheit, bei der Einstudierung neuer Werke mitzuproben und so die Arbeit des Chores kennenzulernen.

Prof. Dr. Erich Kaiser

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