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Barockkirche St. Peter

DruckenInternationale Orgelkonzerte St. Peter 2015


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Hana Bartošová, Tschechien
Sonntag, 30. August 2015, 17 Uhr



Programm


  Petr Eben
(1929-2007)
Prologue
(The labyrinth of the world and paradise of the heart)
     
  Johann Sebastian Bach
(1685 – 1750)
Choralbearbeitung
Wenn wir in höchsten Nöthen sein BWV 641

Choralbearbeitung
Gott, der Vater wohn uns bei BWV 748
     
  Josef Seger
(1716-1782)
Toccata and Fuge C-Dur
     
  Jan Křtitel Kuchař
(1751-1829)
Adagio in As
Fantasie in e
     
  Jan Křtitel Vaňhal
(1739-1813)
Praeambulum C-Dur
Fuga C-Dur
     
  Josef Klička
(1855-1937)
Fantasy No. II for organ
based on symphonic poem "Vysehrad" by Bedrich Smetana
     
  Bohuslav Martinů
(1890-1959)
Vigilie
     
  Petr Eben
(1929-2007)
The sweet chains of love
(The labyrinth of the world and paradise of the heart)
     


Stephen TharpHana Bartošová gehört zu den bedeutendsten Organisten in Tschechien und propagiert tschechische Musik im Ausland. Sie studierte das konzertante Orgelspiel in Brünn am Konservatorium und an der Janáček-Akademie der musischen Künste. Bereits während ihrer Studienzeit nahm sie an vielen nationalen und inter-nationalen Wettbewerben teil, wo sie etliche Preise und Anerkennungen erwarb. Ihre künstlerische Ausbildung erweiterte sie bei bedeutenden Meisterkursen.
In ihrem umfangreichen Repertoire widmet sie sich im Besonderen der tschechischen Musik, vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik. Viele Werke der zeitgenössischen Komponisten führte sie als Weltpremiere auf. Hana Bartosova nahm wiederholt als Solistin an bekannten Musik-Festivals teil. Ihre konzertante Tätigkeit führte sie in fast alle Länder Europas. Sie arbeitet mit zahlreichen Solisten und Ensembles zusammen und tritt mit Ihrer Tochter Iva, der begabten Pianistin, auf. Zu ihrer Tätigkeit gehören Aufnahmen für die tschechischen und ausländischen Rundfunk- und Fernsehanstalten und CD-Einspielungen. Zurzeit ist sie als künstlerische Leiterin und Dramaturgin des internationalen Orgelfestivals in Brno tätig.
Zu den Höhepunkten ihrer künstlerischen Tätigkeit gehört ihr konzertanter Auftritt beim 25. Jahrgang des Or-gelfestivals in Sant Elpidio unter der Schirmherrschaft von Enio Moricone, und ihre Auftritte bei den „Tagen der tschechischen Kultur“ im französischen Nancy, bei der Sitzung des Sicherheitsrates der EU in Prag, und beim Konzert für Europa im St. Stephansdom in Wien Im Jahre 2010 unternahm sie eine Konzertreise in die USA, wo sie dem amerikanischen Publikum in Iowa, Wisconsin und Maryland das Programm mit tschechischer Or-gelmusik vorstellete. Von der Gesellschaft Czech Heritage Partnership wurde sie zum Festival zum 150. Jubi-läum der Weihe der Kirche St. Vaclav in Spillville (Iowa) eingeladen. In dieser ältesten kath. Kirche in den USA spielte unter anderem auch Antonin Dvorak an der Orgel.




BZ, 10.09.15, Bericht und Foto: Erich Krieger

Die neue Chororgel hat ihre Feuertaufe bestanden

Die tschechische Organistin Hana Bartošová begeistert im Finale der Internationalen Orgelkonzerte in der Barockkirche St. Peter.

Im Zeitraum von nur einem Monat veranstaltete das Bezirkskantorat Hochschwarzwald der Erzdiözese Freiburg in der Reihe "Internationale Orgelkonzerte" sechs Aufführungen mit ausgesucht renommierten Konzertorganisten aus verschiedenen europäischen Ländern in der Barockkirche St. Peter. Anlass für dieses künstlerische Großaufgebot war die Inbetriebnahme der neuen Chororgel, die als organische Ergänzung und Partnerin der großen Hauptorgel die langersehnte romantische Klangfärbung ermöglichen sollte.
Dass dieses Ziel vorbildlich erreicht werden konnte, hat jedes einzelne der hochkarätig besetzten Orgelevents eindrucksvoll nachgewiesen. Beim letzten Konzert dieser Reihe saß nun die tschechische Organistin Hana Bartošová am mobilen Spieltisch im Chor der Barockkirche.
Bartošová zählt zu den bedeutendsten Organisten in Tschechien und hat sich international vor allem als Solistin bei wichtigen Musikfestivals in fast allen Ländern Europas einen Namen gemacht. Über ihre umfangreiche Konzerttätigkeit hinaus zeichnet sie als künstlerische Leiterin und Dramaturgin für das internationale Orgelfestival in Brno verantwortlich.
Einen besonderen Schwerpunkt in ihrem umfangreichen Repertoire setzt sie auf die Interpretation der hier bei uns seltener gespielten tschechischen Orgelmusik vom Barock bis zur Gegenwart. So auch in ihrem Programm für St. Peter.
Sie eröffnete mit dem Prologue aus dem "Labyrinth oft he world and paradise of the heart", einem Teil aus dem letzten Orgelzyklus des 2007 verstorbenen tschechischen Komponisten Petr Eben. Der Zusammenklang beider Orgeln bewährte sich auch bei moderner Gegenwartsmusik, die allerdings aus der Feder von Eben im Unterschied zu vielen Kompositionen zeitgenössischer Orgelmusik signifikant melodisch ausfällt.
Es folgten zwei Choralbearbeitungen von Johann Sebastian Bach, der bei Orgelkonzerten quasi Pflicht ist. "Toccata und Fuge" in C-Dur von Josef Seger – auf der Hauptorgel gespielt – lieferte dann einen Einblick in die ältere böhmische Orgeltradition mit ausgesprochen anspruchsvollen Manualpartien bei sehr verhaltenem Pedaleinsatz.
Bartošová kombinierte bei den nun folgenden Stücken tschechischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts meisterhaft wieder beide Orgeln. In den Werken von Jan Krtitel Kuchar, Jan Krtitel Vanhal j und Bohuslav Martinu, hier völlig zu Unrecht wenig bekannt, waren deutliche Anklänge an volksmusikalische Traditionen zu hören. In der "Fantasy No. II for organ" von Josef Klicka entfaltete sich dann die ganze Power des Orgelduos. Auf dem Fundament geballter Pedalkraft schwebte Klickas reichhaltiger Melodiereigen. Seine musikalische Fantasy basiert auf dem symphonischen Gedicht Vyšehrad von Friedrich Smetana.
Den Schluss- und gleichzeitig Höhepunkt setzte "The sweet chains of love", wieder aus dem Choralzyklus von Petr Eben. Die Ambivalenz im Titel spiegelte sich exakt in der Musik wider. Nachdenkliche moll-Passagen verbanden sich mit jubilierenden Läufen und kulminierten in orgiastischen Finals.
Hana Bartošová entfesselte ein wahres Feuerwerk auf den beiden Orgeln, von deren Kombination und den damit verbundenen Experimentiermöglichkeiten sie sich nach dem Konzert höchst angetan zeigte. Das war tatsächlich "musikalische Höhenluft", die der in der tiefgelegenen March beheimatete Musikwissenschaftler Markus Zimmermann schon eingangs in seiner Begrüßung launig angekündigt hatte.
Die Künstlerin erhielt vom begeisterten Publikum verdient reichlichen Beifall. Ein würdiger Abschluss einer exquisiten Konzertreihe.

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